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THE T.C.H.I.K. Datum: 29.04.12 - Beginn: 21:30 Uhr - Einlass: 20:30 Eintritt: 13,-EUR zzgl. VVK Geb. |
| Veranstalter: südpolmusic * http://www.suedpolmusic.de/ * 089 550547700 *** Dieses Album hört auf den vollmundigen Namen Jung, talentlos & gecasted ein Titel wie ein Korkenknall. Vielleicht sogar eine unbewusste Referenz an die Comet-Kategorie Jung, deutsch und auf
dem Weg nach oben, deren zugehörigen Preis die BAföG-Band Tocotronic im Jahr 1996 auf sagenhafte Weise ablehnte. The T.C.H.I.K. hätten den Preis vermutlich angenommen, um ein wuchtiges Wurfgeschoss für Prügeleien mit Nazis parat zu haben.
The T.C.H.I.K. sind ja ohnehin ein bisschen anders drauf als jede andere Band, die verflucht ist, jung und
in diesem Land geboren zu sein und zum Erfolg gepeitscht zu werden.
The T.C.H.I.K. brauchen kein androgynes Verwirrspiel, keine Iro-Mützen, die größer sind als sie selbst, keine
Tattoos bis zum Hals, keine Pyramiden auf dem Kopf und noch nicht mal die romantisch säuselnde Verklärung der Jugend, um zu einer Identität zu finden.
Möglicherweise ist The T.C.H.I.K. die erste Mädchenband in diesem Land seit zwanzig Jahren, die dir nichts vom Pferd erzählen will. Nein, diese Mädchenband erzählt dir natürlich etwas von ihrem Pony.
Gleich die erste Single ein Megaerfolg, ohne große Promo, einfach so, weil es ein geiles Lied ist.
Zahlreiche weitere Singles werden folgen, das ganze Album ist vollgestopft mit Singles. Allesamt aufs
Wesentliche reduziert (Kick, Snare und Konzeptdilettantismus) und zu Dokumenten eines Östrogenschäumenden
Hedonismus geformt, die sich in den passenden Momenten ihrer immanenten Dialektik aufs drastischste bewusst werden. Spaß muss sein vs. Ich hab keinen Spaß. Das ist anti-NDW, anti-Punk, proanti-Punk, Neo-Punk revisited, anti-anti und pro-süße-Boyz gleichzeitig. Wer hier nur unreflektiert
runtergerotzte Tagebuchpoesie vermutet, der hat zwar Recht, aber dafür ist immerhin alles selbst geschrieben.
Labelvorschüsse und das Geld für Ghostwriter und Leute, die ihnen gute Beats vorbei bringen, ging anderweitig drauf. Niemand weiß wofür, aber Lieder wie Amt oder Mutti Mutti erklären aufs
Eindringlichste, wie der Schwund verwaltet wird.
Wir würden allen Schreibern, die über diese Band berichten wollen, gerne detaillierte biographische Fakten anbieten, aber leider gibt es solche gar nicht. Es gibt nur nebulöse Legenden.
Zur Bandgründung kam es wohl zufällig zwischen zwei energisch pubertierenden Mädchen, mit dem Ziel, der Jungs der Band Schrottgrenze habhaft zu werden. Eine Tatsache, die den damals Involvierten heute sehr peinlich ist. Allerdings hatte sie zur Folge, dass die Band weiter existierte, nur damit die Mädchen behaupten konnten, eine Band zu haben und weiterhin von den allseits bekannten Privilegien (freier
Eintritt, freie Getränke, freie Liebe) zu kosten.
Problematisch wurde die Angelegenheit, als tatsächlich einmal jemand bescheuert genug war, sie für
einen Auftritt zu buchen. Die frühe Inkarnation von The T.C.H.I.K. umging das drohende Debakel, indem sie den Veranstalter kurzerhand unter den Tisch soff. Unzählige peinliche Auftritte sollten jedoch folgen.
Unzählige Begegnungen mit schmierigen Pädophilen ebenfalls.
Die Idee reifte, das nicht vorhandene Potenzial in großem Stil auszuschlachten. Bandmitglieder kamen
und gingen, jederzeit im Geist geeint, nichts zu können und trotzdem irgendwas zu machen. Seit kurzem sind neben ca. neun Mädchen (Angaben ohne Gewähr) noch drei Jungs mit dabei, die tatsächlich
ansatzweise mit Instrumenten umgehen können und dem ganzen so etwas wie Bandcharakter verleihen. Als einziges Gründungsmitglied ist Luise übrig geblieben, die man ruhigen Gewissens als Frontmädchen bezeichnen kann. Luise lebt von Hartz und Mutti und hat einen Account bei Abenteuer18.de.
Vielleicht ist so ein Lebensstil bezeichnend für die Jugend von heute, vielleicht aber auch nicht. Eines
aber ist sicher, wenn alle Mädchen, die von Hartz und Mutti leben und einen Account bei Abenteuer18.de haben, endlich mal ihren Arsch hochbekämen und eine Band wie The T.C.H.I.K. gründen würden, dann hätten wir endlich wieder mehr echte, wahnsinnige Musik und dafür weniger Langeweile in diesem Land. Zugegeben, das sind ein paar hätte, wenn und aber zu viel.
Wen interessierts, The T.C.H.I.K. machen den Job zur Not auch alleine. |
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