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THE NIGHTINGALES + Opener ELCASSETTE + Warm Up DJ EDDIE ARGOS (Art Brut) Datum: 26.10.12 - Beginn: 21:15 Uhr - Einlass: 20:30 Eintritt: 12,-EUR zzgl. VVK Geb. |
| Kaum eine Band durfte so häufig für die BBC-Sessions von Radiolegende John Peel ins Studio wie die Nightingales aus Birmingham. In klassischen Fachwerken wie Simon Reynolds’ Postpunk-Monografie „Rip It Up And Start Again“ sucht man ihren Namen jedoch vergebens. Liegt es daran, dass Sänger und Songschreiber Robert Lloyd im Gegensatz zu Nick Cave der ikonische Haarschnitt fehlte? Oder waren die Nightingales nicht produktiv genug? „No Love Lost“ ist schließlich erst ihr siebtes Album – in über 30 Jahren!
The Nightingales entstiegen 1979 der Asche der Prefects, Birminghams erster Punkband. Diese hatten The Clash auf der „White Riot“-Tour begleitet, auch schon ein paar Peel-Sessions eingespielt, aber eben nur eine, auch noch posthume Single veröffentlicht. Die neue Formation um Sänger Robert Lloyd etablierte sich dank rumpelnden Lärmrocks mit Cpt.-Beefheart- und Velvet-Underground-Anleihen schnell als klassische Kultband. Die Breitenwirkung, welche die musikalisch durchaus verwandten The Fall und Birthday Party bei allem Kultstatus eben doch erreichten, blieb den von Fans liebevoll „‘Gales“ genannten Midlandern aber stets versagt.
„Ihre Auftritte werden helfen uns daran zu erinnern, wie exzellent sie wirklich sind“, ermahnte der eingangs erwähnte John Peel gerne seine Zuhörer. „Wenn wir erst weit genug weg sind von den 80ern, um auf diese Epoche realistisch zurückblicken zu können, werden wir merken, dass viele andere, viel bekanntere Bands nur Scharlatane waren.“
Drei Alben und ein Handvoll brillanter Singles, die der damals maßgebliche „New Musical Express“ regelmäßig in den Rang der „Single der Woche“ erhob, veröffentlichten die Nightingales bis zu ihrer Auflösung 1988. Neben ihrer Experimentierlust und instrumentaler Kompetenz überzeugte die höchst englisch idiosynkratische Band stets durch die Bandbreite ihrer Einflüsse: Krautrock, Weirdo-Rockabilly, obskurer 60s-Pop und im 1986er Meisterwerk „In The Good Old Country Way“ – nomen est omen – Country & Western.
Einzig konstantes Mitglied der Band blieb dabei Sänger Robert Lloyd, dessen häufig metaphernreiche, an anderer Stelle dafür derb realistische Stream-of-Conciousness-Texte bereits in mehreren Lyrikbänden veröffentlicht wurden. Live bringt er diese Lyrics flüsternd und schreiend, krächzend und heulend mit so viel Bühnenpräsenz zum Besten, dass er dabei häufig geradezu beängstigend wirkt.
Seit ihrer Wiedervereinigung 2004 erwiesen sich die Nightingales als produktiver denn je zuvor: drei Studio- und zwei Livealben, fünf 7inch-Singles und eine 10inch-EP erreichten seitdem die wachsende Fangemeinde. Neben Lloyd setzt sich das Line-up der Band heute zusammen aus Gitarrist Alan Apperley (der schon Ende der 70er mit Lloyd in den Prefects spielte), der ehemaligen Violet-Violet-Drummerin Fliss Kitson am Schlagzeug, Matt Wood von Flamingo Drive als zweitem Gitarristen und dem Bassisten Andreas Schmid. Letzterer wurde im schwäbischen Scheer im Faust-Studio von Kraurocklegende Jochen Irmler rekrutiert, wo das aktuelle Album „No Love Lost“ im Dezember letzten Jahres entstand.
Seit die ersten Exemplare von „No Love Lost“ kursieren, häufen sich die Jubelkritiken aus der englische Presse. „Brillant“, lobt stellvertretend „Mojo“-Magazin. „Eine der stärksten und aufregendsten Rockplatten seit langem.“
Sollte die Zeit der Nightingales jetzt gekommen sein? Über 30 Jahre nach ihrer Gründung? Im Augenblick erst einmal im heimischen Großbritannien unterwegs werden die ‘Gales im Sommer auf diversen Festivals ein junges Publikum für sich gewinnen können, das bei Formation der Band noch nicht einmal geboren war. Im Oktober werden sie dann auch wieder kontinentaleuropäische Clubs heimsuchen.
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